Blogsystem vs. CMS – WordPress vs. Joomla

mbdus-Softwareentwicklung
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Zu Beginn der Erstellung meines neuen Webauftritts http://www.mbdus.de stellte sich mir die Frage, welches und ob ich ein Blogsystem verwenden sollte. Dass ich einen Blog anbiete, war klar. Im heutigen Zeitalter darf eine Webseite nicht mehr nur aus reinem statischen Content bestehen. Also was tun? In Joomla eine Blogkategorie einrichten oder lieber einen WordPress-Blog integrieren? Und warum sollte man sich überhaupt darüber Gedanken machen? Alle verwenden WordPress, also nehme ich das auch, oder?

WordPress als Blogsystem

  • Artikel sind gut verlinkt (meistens sogar in Social Media) und werden gut in Google gelistet.
  • WordPress ist schnell installiert und konfiguriert (berühmte 2 Minuten-Installation).
  • Zwar sind von vorne herein alle Blogfunktionen schon vorhanden, trotzdem sollte man noch den Blog um weitere Funktionen mit Plugins erweitern.

Joomla (stellvertretend für ein nicht reines Blogsystem)

  • Joomla ist ein Content Management System (CMS) und kein Blogsystem. Deshalb sind die typischen Blogfunktionen nicht vorinstalliert.
  • Blogfunktionen können jedoch über Plugins, Komponenten und Module nachinstalliert werden.
  • Somit kann man grundsätzlich Joomla auch als Blog nutzen.
  • Jedoch ist Joomla als Blog nicht ganz so einfach und schnell nutzbar wie WordPress.

Daraus ergeben sich 2 Optionen oder Möglichkeiten:

  1. Option

Zusätzlich WordPress in einem Unterordner oder Subdomain installieren und konfigurieren.

Vorteil:

WordPress ist das Blogsystem schlechthin.

Nachteil:

Falls kein Unterschied im Aussehen zu sehen sein soll, dann muss das Template der eigentlichen Webseite auch in WordPress erstellt werden.

  1. Option

In dem System (CMS, Shop-System), mit dem man arbeitet, müssen die Blogfunktionen nachgebildet werden. Für die meisten Systeme sind jedoch dafür schon Komponenten, Module oder Plugins in der Community oder auf dem Markt vorhanden.

Vorteil:

Das Template muss nicht nachgebildet werden. Und die gesamte Webseite wird aus einem System heraus gemanagt.

Nachteil:

Die eigentliche Blog(unter)seite mit allen gewünschten Funktionen zu erstellen ist etwas aufwendiger als mit WordPress, da die Standardfunktionen noch nicht vorinstalliert und konfiguriert sind.

Die entscheidende Frage, die sich u.a. mir stellt, ist: „Welches System mag Google am liebsten?“ Bevorzugt Google überhaupt ein System? Die Antwort ist nein. Für Google sind hauptsächlich regelmäßige neue Inhalte auf der Webseite wichtig und ob die Seite gut besucht ist und noch besser, es findet sogar Interaktion in Form von Kommentaren statt.

Somit bleibt es zunächst eine Geschmacksfrage, ob man zusätzlich für einen Menüpunkt ein Blogsystem einrichtet oder ein CMS erst noch einrichtet und mit Blogfunktionen ausstattet.

Hier auf http://www.unibits.de wurde zusätzlich eine Subdomain http://blog.unibits.de eingerichtet und mittels einem Menüpunkt verlinkt. Auf http://www.mbdus.de wurde eine sog. Blogkategorie in Joomla erstellt. Außerdem wurden zusätzlich noch zwei Komponenten, JComments und AutoTweetNG, installiert und konfiguriert. Damit ist dort nur ein System im Einsatz, was auch zu bevorzugen ist. Im Nachhinein könnten Anforderungen aufkommen, wie man denn die beiden Systeme auch miteinander verknüpfen kann, so dass man sich z.B. nicht zweimal im Backend anmelden muss. Klar, auch so etwas (Bridge) kann man programmieren oder ist bereits in der Community vorhanden und muss „nur“ installiert und konfiguriert werden. Aber man könnte es von vorneherein auch einfacher haben…

Deshalb sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, welche Funktionen brauche ich oder möchte ich meinen Benutzern zur Verfügung stellen. Möchte ich einfach „nur“ Content oder kann und muss es mehr sein, wie z.B. ein Onlineshop oder andere Funktionen wie z.B. die einer Community. Dafür sollte dann ein CMS oder Shopsystem zum Einsatz kommen. In diesen Systemen kann man dann auch einen systemeigenen Blog erstellen. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass diese Systeme meist eine MVC-Architektur als Fundament besitzen und somit sauber Module, Komponenten oder Plugins entwickelt werden können. Natürlich kann man durch Plugins auch WordPress soweit bringen, dass eine MVC-Struktur zu Grunde liegt. Jedoch ist es einfacher und schneller, und somit auch mit weniger Aufwand verbunden, gleich auf eine MVC-Struktur zurückzugreifen.

Wenn aber von Beginn an klar ist, dass „nur“ Content zur Verfügung gestellt wird, und dabei ist es egal ob statischer oder dynamischer, dann sollte man auf ein Blogsystem wie WordPress zurückgreifen. Es ist schneller installiert und konfiguriert. Und von Beginn an ist alles vorhanden, um bei Google gut gelistet werden zu können. Zwar sind auch hier noch einige Plugins zusätzlich sehr hilfreich, jedoch ist die Webseite schnell erstellt.

Im Übrigen eignet sich WordPress auch für größere, mittelständische Unternehmen. Die Webseiten von Mesacon Messelektronik GmbH (http://www.mesacon.com und http://www.mesacon.in) sind ausschließlich mit WordPress erstellt. Wie dort zu sehen ist, kann man in WordPress auch statische Seiten anlegen, die immer den gleichen Content bereitstellen.

Mesacon Messelektronik GmbH
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Mesacon Messelektronik GmbH
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10 Kommentare

  • 6. November 2013 - 17:16 | Direktlink

    Also wenn ich einen Shop auf die Beine stellen möchte, dann würde ich auf keinen Fall auf WordPress zurückgreifen. Da muss schon etwas Professionelles her. Aber für einen normalen Blogger reicht natürlich WordPress aus.

    • 7. November 2013 - 09:35 | Direktlink

      Da muss ich widersprechen! Es gibt kein Shopsystem, das die komplette Funktionalität von WordPress hat. Natürlich gibt es dafür andere Funktionen, wie z.B. an einen Blogartikel noch zusätzlich eine Auswahl an Artikel dran zu hängen, aber der Teil, um seine Blogartikel zu teilen und bekannt zu machen (Social Media), fehlt… Trotzdem würde ich „nur“ auf ein System zurückgreifen und ggf. dann die fehlenden 2-3 Funktionen im Shopsystem dazu entwicklen.

  • 25. September 2014 - 08:48 | Direktlink

    Klasse erklärt !
    Ich stehe mit meinen Seiten vor dem gleichen Problem.
    Da ich auch ein Shopsystem und ein Kleinanzeigenprogramm nutzen möchte werde ich in Joomla alles zum Bloggen nachrüsten. Alles von einer Basis aus zu steuern macht Sinn.
    Ich denke wenn man umfangreiche Funktionen auch in anderen Bereichen braucht ist Joomla mit seien fast 9000 Erweiterungen insgesamt vielseiter.

    • 25. September 2014 - 08:57 | Direktlink

      Hallo Sabine,

      hast du dir schon einmal Shopware (http://shopware.de) angeschaut? Das scheint mir besser für dich geeignet.

      Grüße
      Mathias

      • 25. September 2014 - 12:26 | Direktlink

        Das Shopsystem macht einen sehr guten Eindruck.

        Aber das erste was ich festgestellt habe ist, dass ein responsive Template 99,- € kostet. Ein dynamisches Template ist ein Rankingfaktor füe Google!
        Der Hikashop für Jommla hat einen sehr hohen Standard und ist kostenlos. Da ich mit Jommla insgesamt sehr gut zurecht komme sehe ich in einem Wechsel für mich erst mal keinen Vorteil.

        Trotzdem Danke für den Tip,
        Liebe Grüße, Sabine

        • 25. September 2014 - 12:52 | Direktlink

          Hallo Sabine,

          man muss eben entscheiden, ob man ein professionelles oder kostenloses System einsetzt… Die Ergebnisse sind entsprechend.

          Grüße
          Mathias

          • 25. September 2014 - 13:50 | Direktlink

            Hallo Mathias,

            mein Anliegen war ja, ob ich einen Blog besser mit WordPress mache oder direkt bei Joomla. Ich habe ein bißchen gestöbert und werde folgende Komponente ausprobieren:
            wordpress to joomblog converter
            Damit kann ich WordPress in meine Joomlaseite einbauen und die Vorteile beider Systeme verbinden. Wenn es gut funktioniert melde ich mich noch mal.

            Viele Grüße, Sabine

  • 18. Mai 2016 - 09:06 | Direktlink

    Hallo Mathias,
    nichts gegen WordPress oder gar Joomla, denn ich persönlich werkele mit den beiden Systemen herum und mag sie auch. Keine Frage! An das Schnelle in der WordPress-Installation gelangt kein herkömmliches OpenSource CMS. Das ist schon mal klar und auch wenn WordPress einst als ein Blogsystem geboren wurde, ist es jetzt schon lange ein ausgereiftes CMS. Ich nenne ich es immer ein CMS, weil es auch eines ist. Plugins gibt es zu Haufen und ich bin aber nur ein Nutzer dieses CMS.

    Mit WordPress lassen sich Shops, Communitys, Foren, Portale und solche Sachen umsetzen. Joomla bietet das Kunena-Forum, K2-Blogkomponente, Lexikas-Plugins und auch den Tagcloud oder Kategorien. Alles in allem steht man vor der Qual der Wahl und muss lediglich wissen, was will ich im Projekt alles an Funktionen haben.

    Die meistens Blogger werkeln mit WordPress herum, Joomla hingegen geniesst die breite Fangemeinschaft und die deutsche Community mit vielen Hilfestellungen. Alles in allem, wenn es um Tutorien geht, so ist WordPress meiner Ansicht viel besser aufgestellt als unser liebes Joomla :)

  • Pingback: Kommentierrunde mit Rostockerblogger.de vom 18.05.2016 - RostockerBlogger.de

  • 18. Mai 2016 - 11:33 | Direktlink

    Es ist doch alles ein CMS .. .Content Management System. Je nach dem was man machen will ist ein spezielles Blog-System besser als ein Portal-System oder Shop-System. Ich habe einen Shop und den mache ich mit Gambio und nicht mit WordPress mit Shop Plugin. Ich hatte es mal Anfang des Jahres kurz versucht. Es ist mir zu viel Frickelkram. Ebenso blogge ich nicht in Gambio. Man könnte, aber das ist auch Frickelkram.
    .
    Also … immer am besten für den Verwendungszweck programmierte CMS verwenden und nicht ein CMS, bei dem das nur ein Nebenprodukt ist.
    .
    Gruß
    .
    Rainer

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